Die Experimentale in Themenjahr 2 „Transformationen in Stadt und Land“ erprobt von Oktober 2024 bis Oktober 2025 lokal Lösungsansätze mit Bürger:innen und Akteur:innen, die Nachhaltigkeit konkret vor Ort gestalten wollen, z.B. direkt in ihrem Stadtteil.
Um Flächen zu sparen, verfolgen Städte Ansätze der „Innenentwicklung“, d.h. die bevorzugte Nutzung bereits erschlossener Flächen und einen Verzicht auf die Erschließung vorher ungenutzter Flächen auf der „Grünen Wiese“. Die Bautätigkeit soll also möglichst weitgehend in bereits besiedelten Gebieten erfolgen. Damit die dadurch geförderte „Nachverdichtung“ nicht auf Kosten der Lebensqualität geht, soll sie von vielfältigen Maßnahmen begleitet werden – man spricht inzwischen von einer „vierfachen Innenentwicklung“. Gleichzeitig soll das Umland als Raum mit guten Lebenschancen und möglichst hochwertiger Natur und Landschaft gestärkt werden.
Nachhaltige Innenentwicklung umfasst (mindestens) die vier Elemente:
- Mehr als Wohnen
Ergänzung durch Wohnungsbau in möglichst nutzungsgemischten Quartieren - Mehr Grün
Aufwertung von Grün in der Stadt - Mehr Verkehrswende
Stärkung des Umweltverbunds im Verkehr zugunsten von Schiene, Bus, Fahrrad und Fußverkehr - Mehr Gemeinschaft
Stärkung von sozialen und kulturellen Einrichtungen zur Förderung der Gemeinschaft
Gute Verknüpfungen zwischen Stadt und Umland sichern deren sinnvolle Arbeitsteilung und gegenseitige Ergänzung. Um ein „Ausbluten“ ländlicher Räume zu verhindern, muss dort insbesondere die Daseinsvorsorge stabilisiert werden.
All dies kann nur in einer engen Zusammenarbeit vieler Akteure auf unterschiedlichen Ebenen gelingen. Hierzu entwickeln wir aus der Universität gemeinsam mit Partner:innen aus der Stadtverwaltung, Verbänden, Vereinen und Initiativen, Unternehmen sowie engagierten Bürger:innen der Stadt Kassel und dem Umland neue Konzepte.

Projekte +
Mitmachmöglichkeiten

Dritter Ort Forst
So nennen wir den Platz am Forstbachweg 16. Etwas zwischen Park, Wohnzimmer, Sportplatz, Ort für Begegnung, Kultur und Subkultur.
Auf der Brachfläche der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule ist für die Zukunft viel geplant. Ein Zentrum für Begegnung und Bildung soll in einigen Jahren gebaut werden. Zeit für eine sinnvolle Zwischennutzung! Wir greifen die Wünsche der Menschen aus Forstfeld auf und knüpfen an die Ergebnisse der vergangenen Beteiligunskonzepte an. Ein Dritter Ort entsteht. Das heißt ein Ort für Begegnungen – Kostenlos, ohne Konsumzwang, für alle Generationen, für alle Menschen aus der Nachbarschaft und darüber hinaus.

Open Space Hofgeismar
Inmitten von Hofgeismar entsteht in der Marktstr 6 ein Open Space als Leuchtturm für Innovationen, modernes Arbeiten und Leben in Nordhessen. Mit flexiblen Arbeitsbereichen, Workshop- und Veranstaltungsräumen ausgestattet, bietet der Open Space Raum für Austausch, kreative Ideen und Zusammensein.
↗ www.open-space-hofgeismar.de

Mädchen machen Stadt
In verschiedenen Workshops entwickeln Mädchen mit Tanz, Kunst und handwerklichem Bauen ihre eigenen Ideen für lebenswerte Räume und setzen diese auf der Brachfläche im Forstfeld praktisch um.

Ich sehe was, was du nicht siehst.
Ein überdimensionaler Bilderrahmen macht in Kassel Station. Im Fokus steht die Sichtbarmachung von Potentialen verschiedener Orte und Planungsaufgaben, die bislang kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit sind. Der Rahmen eröffnet neue Perspektiven und regt zum Nachdenken und Diskutieren an.
Die Standorte für den Bilderrahmen wurden auf der Grundlage des Atlanten “Kassel – 100 Schlüsselprojekte und blinde Flecken der Stadtentwicklung” ermittelt und ausgewählt. Der Atlas entstand 2024 in einem Seminar am Fachgebiet Städtebau der Universität Kassel.

Baunatal Räume zum Erleben
Baunatal braucht auch künftig neuen Wohnraum, aber wo und wie viel? Eine Studie im Auftrag der Stadt Baunatal zu Möglichkeiten und Strategieansätzen für die Wohnungsentwicklung hat das Thema untersucht. Auf dieser Grundlage finden Werkstätten mit den Baunataler:innen statt, um die Zukunft des Wohnens in Baunatal zu gestalten.

Park statt Parken
Räume für den ruhenden Verkehr werden gebraucht, aber an vielen Stellen in der Stadt zeigt sich, dass Parkplätze überdimensioniert sind. Viele Flächen werden daher unnötig reserviert, die für Wohnen oder als öffentlicher Begegnungsräume genutzt werden könnten. Sie sind zudem versiegelt und tragen zur Überhitzung der Stadt bei. Park statt Parken wandelt Anteile von Parkplätzen in temporäre Stadträume mit Grün, Schatten und Sitzgelegenheiten – offen für Begegnung, spontane Nutzung und kooperative Gestaltung.
Team
Prof. Dr.-Ing. Uwe Altrock
Fachgebietsleitung Stadterneuerung und Planungstheorie
altrock[at]asl.uni-kassel[dot]de
Prof. Stefan Rettich
Fachgebietsleitung Städtebau
rettich[at]asl.uni-kassel[dot]de
Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer
Fachgebietsleitung Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
c.sommer[at]uni-kassel[dot]de
Isabel Hemberger
Fachgebiet Stadterneuerung und Planungstheorie
isabel.hemberger[at]uni-kassel[dot]de
Marius Freund
Fachgebiet Städtebau
marius.freund[at]uni-kassel[dot]de
Johanna Koch
Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
j.koch[at]uni-kassel[dot]de
Johann Taillebois
Fachgebiet Stadterneuerung und Planungstheorie
taillebois[at]uni-kassel[dot]de
Saskia Steigerwald
Fachgebiet Landschaftsarchitektur/Entwurf
steigerwald@asl.uni-kassel.de
Natalie Schneider
Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme
n.schneider[at]uni-kassel[dot]de
