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Fahrräder trocken und sicher abzustellen wird mit der zunehmenden Elektrifizierung und dem einhergehenden Gewicht und Wert von Fahrrädern eine Herausforderung. Sind solche Möglichkeiten nicht gegeben, ist das ein Hemmnis für die Mobilitätswende. Ein Gesamtkonzept zu Fahrradabstelllstellplätzen für die Stadt/Region könnte das Radfahren fördern, den Umstieg erleichtern und – breit ausgerollt – einen Wiedererkennungswert für den Stellenwert der energiesouveränen Verkehrswende in der Region haben.

Am 05.05.2026, 10:00-12:00 Uhr wird die Publikation „Fahrräder parken – Impulse für eine nachhaltige Mobilitätsplanung“ im UNI:Lokal (Wilhelmsstr. 21) im Rahmen der Kasseler Radwochen 2026 vorgestellt.

In einem interdisziplinären Studienprojekt haben im Sommersemester 2025 Masterstudierende der Studiengänge Stadt- und Regionalplanung, Mobilität, Verkehr und Infrastruktur sowie Bau- und Umweltingenieurwissenschaften gemeinsam mit Mitarbeiter:innen und externen Partnern konkrete, standortbezogene Lösungen für die Verbesserung der Fahrradabstellinfrastruktur in allen Kasseler Stadtteilen entwickelt.

Die Studierenden stellten fest, dass die aktuelle Fahrradparkinfrastruktur in Kassel zwar in Teilen gut ausgebaut ist, aber erhebliche Defizite aufweist. Besonders kritisch ist die Qualität der vorhandenen Anlagen: Viele Standorte verfügen noch über veraltete Vorderradhalter, die das Fahrrad nicht sicher halten und die Felgen beschädigen können. Zudem fehlt es an ausreichendem Witterungsschutz, Beleuchtung und Diebstahlsicherheit – besonders an Haltestellen und in Wohngebieten.

Konkrete Vorschläge für die Praxis

Die Studierenden entwickelten für die einzelnen Stadtteile konkrete Maßnahmen, die auf den lokalen Gegebenheiten basieren:

  • In Kirchditmold und Harleshausen: An Schulen und Kindertagesstätten wurden überlastete Anlagen und wild geparkte Fahrräder dokumentiert. Die Studierenden schlagen daher die Umwandlung von Pkw-Stellplätzen in sichere, überdachte Anlagen mit Querholmen vor, die auch Lastenräder und E-Bikes gut aufnehmen können.
  • An der RT-Haltestelle Jungfernkopf: Die bestehenden Rahmenhalter wurden als ungeeignet für Kinder- und Sonderfahrräder identifiziert. Als Lösung wird die Ersetzung durch Anlehnbügel mit Querholm, die Erhöhung der Kapazität und die Einrichtung einer Reparaturstation vorgeschlagen.
  • Am Bahnhof Wilhelmshöhe: Hier wurde ein dringender Bedarf an einem zugangsgesicherten Fahrradparkhaus mit Werkstatt, Lademöglichkeiten und einem Café identifiziert. Die Studierenden schlagen ein Modell vor, das sich an den Best-Practice-Beispielen aus Tübingen orientiert.
  • Im Vorderen Westen: An der Haltestelle Friedenskirche und am zukünftigen Technischen Rathaus sollen Abstellanlagen nicht nur die Kapazität erhöhen, sondern auch die Aufenthaltsqualität durch Gestaltung, Beleuchtung und Serviceangebote verbessern.

Mitmachen

Wie parken Sie Ihr Fahrad?

Wir suchen Personen aus der Praxis , die in ihrer Institution, ihrem Quartier oder ihrem Netzwerk bereits praktische Erfahrung mit dem Thema Fahrräder parken sammeln konnten.

Falls Sie interesse haben Ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu teilen, oder vielleicht sogar weiter an dem Thema gemeinsam wirken mögen, melden Sie sich gerne.

Kontakt

Initiator: SDG+ Lab, UniKassel Transfer

Kooperation: Fachgebiet Stadterneuerung und Planungstheorie Uni Kassel, Fachgebiet Radverkehr und Nahmobilität Uni Kassel,

Operatives Management: Dr. Maximilian Spiegelberg (SDG+ Dialog)


Maximilian.Spiegelberg[at]uni-kassel.de